Online-Magazin ISS'ES

Das ISS'ES versteht sich als Diskussionsforum, das allen Mitgliedern des ISS offen steht. Die Beiträge geben daher nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion oder gar die „des Instituts“ wieder.

 

Die therapeutische Haltung

Am 2.5.2016 stellten Dr. Hans Preß und Dr. Markus Gmelch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kolloqium“ ihre Überlegungen zum Begriff der „therapeutischen Haltung“ vor:  Dieser wird zwar (auch von SystemikerInnen) gern gebraucht, bei genauerem Hinsehen erweist sich allerdings allein der Versuch  einer Definition keineswegs als trivial. Dr. Gmelch hat in seiner Dissertation eine Begriffsbestimmung vorgenommen. Sein Beitrag war ebenso anregend wie die eher praxisorientierten Überlegungen von Dr. Gmelch, der eine klientenzentrierte Haltung  beschrieb, wie sie einem Konzept „moderner“ Verhaltenstherapie (gemäß Kanfer, Grawe u.a.) entspricht – ein Ansatz, der vom verhaltenstherapeutischen mainstream abweicht und auch für SystermikerInnen „gut bekömmlich“ ist.
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23. Wissenschaftlichen Jahrestagung des ISS am 31. Januar 2015

Bei der 23. Wissenschaftlichen Jahrestagung des ISS am 31. Januar 2015 las Marianne Birthler aus ihrem Buch „Halbes Land Ganzes Land Ganzes Leben“. Die Einladung kam durch die persönliche Bekanntschaft mit Wibke Paetzold zustande, die sich damit auch gleichzeitig selbst ein Geschenk zum Abschied von ihrer Dozentenschaft am ISS machte.
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Das Schiff als System und Umwelt – Alltagspsychologie und psychische Erkrankung an Bord

In eine uns mittlerweile exotisch anmutende Welt entführte uns Karl-Heinz Reger in seinem Vortrag, den er auf der Wissenschaftlichen Jahrestagung des ISS am 18.1.2014 hielt: In seinem Buch „Dann sprang er über Bord“ hat er das Leben auf den Schiffen der britischen Royal Navy anhand von schiffsärztlichen Berichten untersucht und dabei die Rolle psychischer Erkrankungen analysiert.
Wer nun aus dem Vortragstitel „Das Schiff als System und Umwelt“ auf eine blutleere systemtheoretische Abhandlung schließt, wird angenehm überrascht: Der Autor beschreibt überaus lebendig das Leben an Bord, die sozialen Strukturen und Konflikte sowie die Bedeutung von und der Umgang mit (psychischen) Krankheiten. Fallbeispiele und Zitate aus den ärztlichen Aufzeichnungen veranschaulichen eine Welt, die vergangen scheint, deren Probleme aber vermutlich in anderer Form fortbestehen. Umso sympathischer, wie viel Empathie und Wertschätzung für die Menschen an Bord Karl-Heinz Reger in seinem Beitrag ausdrückt.
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Ein Entwicklungsmodell – systemisch betrachtet

KollegInnen, die sich in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen, sind mit entwicklungspsychologischen Fragen konfrontiert, etwa der, ob ein bestimmtes Verhalten altersgemäß sei. Gerade wegen ihrer Skepsis einfachen normativen Antworten gegenüber neigen SystemikerInnen möglicherweise dazu, diese Fragestellung ganz zu umgehen und unterliegen damit der Gefahr, dass sich hinterrücks unreflektiert Alltagstheorien einschleichen und das eigene Denken bestimmen.

Dr. Helmut Brutscher beschäftigt sich daher in seinem Beitrag explizit mit entwicklungspsychologischen Grundfragen und stellt dazu das Entwicklungs-Modell von Robert Kegan vor. Insbesondere fragt er sich dabei, inwieweit dieses Modell mit einem systemisch-konstruktivistischen Verständnis vereinbar ist und ein Denken in Kontexten und Perspektivenvielfalt erlaubt.
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Besser scheitern

Jorinde Beilharz, Alicja Kwietniewski, Frank Posiadly, Daniela Schaal, Katrin Schwarzenberg und Marie-Magdalene Zabel beschäftigten sich in ihrer spannenden Abschlussarbeit der Weiterbildung  mit dem Phänomen des Scheiterns in der Therapie. Zunächst zeigen sie in einem kulturgeschichtlichen Streifzug, wie sich der Bedeutungsgehalt des Begriffs Scheitern im Laufe der Zeit gewandelt hat und wie sehr der Begriff in andere Diskurse (z.B. zum Menschenbild) eingewoben ist.

Die AutorInnen diskutieren Scheitern als Anlass, Nebenwirkung und Effekt von Therapie und betrachten dies aus der je unterschiedlichen Perspektive von TherapeutIn und KlientIn. Schließlich stellen sie drei Übungen vor, mit denen sich Gruppen dem Thema nähern können.
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Jüdisch-Christliche Narrative als Reframing existentieller Krisen

Am 18.1.2014 hielt Helge Martens (Pastor und am ISS zum Systemischen Therapeuten weitergebildet) einen spannenden Vortrag auf der Wissenschaftlichen Jahrestagung des ISS. Darin verknüpfte er sein profundes theologisches Wissen mit seinen Kenntnissen des systemischen Denkens: Anhand bekannter Beispiele deutete er biblische Geschichten als Reframing existentieller Krisen. Diese Erzählungen helfen  Menschen, krisenhaftes Erleben zu verarbeiten, indem sie Ohnmachtserfahrungen in Schuld umdeuten oder Niederlagen als Siege erscheinen lassen.  Dies erinnert an psychologische Theorien über menschliche Grundbedürfnisse, etwa die Zusammenstellung von Klaus Grawe, der das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstwirksamkeit als zentrales Motiv menschlichen Seins erachtet. Helge Martens beleuchtet nun den historischen Hintergrund biblischer Narrative und zeigt, wie sie erzählt werden, so dass trotz des Durchlebens von Krisen Hoffnung und  Sinnhaftigkeit (auch als Wirkfaktoren aus der Therapieforschung bekannt) entstehen können. Was dies alles obendrein mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und dem Schicksal der „Gastarbeiter“ in Deutschland zu tun hat, erfahren Sie hier.
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Die fabelhafte Welt des Widerstandes

Als Ina Habermann-Scotti, Sabine Kesebom, Karoline Stark und Hanna Watzlawik sich als Teilnehmerinnen des ISS-Grundkurses an die Vorbereitung ihrer Peer-Gruppen-Präsentation zur Bedeutung des Widerstand-Konzeptes in der Systemischen Therapie machten, hatten sie eine clevere Idee: Sie beschlossen, den Sachverstand der systemischen communitiy zu nutzen und stellten in der „System-Liste“ (einer Art Email-Forum der SG) im Oktober 2011 folgende einfache Frage: „Was ist für Sie ‚Widerstand‘ und wie hat sich durch Ihre systemische Perspektive Ihr Umgang mit dem Phänomen ggf. verändert?“ Sie konnten nicht ahnen, dass sie damit die wohl intensivste Diskussion des Forums auslösten, in der SystemikerInnen wochenlang kontroverse Beiträge austauschten. 

Die Autorinnen stellen in ihrem Beitrag zunächst das Konzept des Widerstandes im Kontext psychoanalytischen Denkens dar und beschreiben seine Stellung in anderen Therapieschulen, ehe sie die Diskussion in der „System-Liste“ nachzeichnen. Ein äußerst lesenswerter Artikel, der auf lebendige Art Grundfragen des Selbstverständnisses der Systemischen Therapie berührt.
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„Das erzählen wir später mal!“ – Geheimnisse in Therapie und Beratung

Im Oktober 1997 war Evan Imber-Black zu Gast im ISS und bot einen Workshop zum Thema „Familiengeheimnisse“ an, bei dem sie die TeilnehmerInnen durch ihre große klinische Erfahrung und ihre persönliche Präsenz beeindruckte. Stephan Baerwolff schrieb damals einen Workshop-Bericht, den Sie hier wieder veröffentlicht finden. Als „Bonus-Material“ gibt es einen neu hinzugefügten Fall-Bericht aus der Praxis des Autors, der einige Stolpersteine in der Arbeit mit Geheimnissen beleuchtet. 
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Make it happen! Vom Anfang in der Supervision

Alexandra Gerstner, Annette Westerburg, Lydia Paulus und Cara Kahl nahmen in ihrer Abschlussarbeit der Supervisions-Weiterbildung am ISS den Anfang des Supervisionsprozesses genau unter die Lupe. Dabei fördern sie interessante Details zutage, die schnell übersehen oder für selbstverständlich genommen werden, die aber von SupervisorInnen reflektiert und bewusst gestaltet werden sollten.
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"Eine Sache von grundlegendem Zweifel ... ". Interview mit Steve de Shazer

Im September 1990 bot Steve de Shazer zum zweiten Mal nach 1986 einen Workshop am Institut für systemische Studien an. Damals entstand das hier wieder veröffentlichte Interview, in dem er kurz und präzise (wie es seinem Ansatz entspricht) die Grundgedanken seiner Arbeit erläutert. Deutlich wird die für seinen Stil typische Mischung aus Pragmatismus und philosophischem Wissen.  Inwiefern de Shazers Skepsis gegenüber Fantasien, Hypothesen und „archäologischen Projekten“  von Therapeutinnen heute als überholt oder als weiterhin berechtigt anzusehen ist, wäre ein interessantes Diskussionsthema!
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Freud revisited – Die Perspektive der Hirnforschung

Am 21.2.2012 war unser neues Ehrenmitglied Prof. Gerhard Roth einen Tag lang zu Gast im ISS. Er bekannte sich schon zu Anfang als Bewunderer Freuds, in dessen Schriften er fast täglich etwas „schmökere“. Prof. Roth stellte uns sein 4-Ebenen-Modell vor, dass eine modifizierte Version der Freudschen Vorstellung des psychischen Apparates mit den Erkenntnissen der Hirnforschung verknüpft. Zum anderen präsentierte er uns die Ergebnisse einer eigenen Studie zur Psychotherapie bei Depression, deren neurobiologische Ergebnisse Hinweise zur Funktion von Psychotherapie geben könnten.
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Systemische Therapie - vermessen

Fast genau 5 Jahre sind vergangen, seit Kirsten von Sydow auf der Wissenschaftlichen Jahrestagung des ISS im Januar 2007 einen Überblick über den Stand der Therapieforschung zur Systemischen Therapie bot. Ihre als Buch veröffentlichten Ergebnisse trugen wesentlich dazu bei, dass der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) die Systemische Therapie im Dezember 2008 als „wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren“ einstufte. 
Im August 2007 setzte sich Stephan Baerwolff in einem ISS´ES-Artikel kritisch mit dem Versuch auseinander, Forschungsergebnisse vorzulegen, die den Standards des WBP genügen. Inwiefern diese Bedenken noch aktuell sind oder durch die Geschichte überholt wurden, kann die LeserIn hier selbst entscheiden.
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„Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“

Im Jahr 2010 boten Birgit Heißenbüttel und Frauke Scherotzki-Hanninger einen Workshop am ISS an, in dem sie den TeilnehmerInnen Anregungen für den Umgang mit Krisen im Coaching von Einzelnen und Organisationen boten. In ihrem Artikel zu diesem Thema beziehen sie sich auf die Ergebnisse der Glücks- und Resilienzforschung und verknüpfen diese mit systemischem Denken zu einer anregenden Zusammenfassung der Möglichkeiten von Coaches und TherapeutInnen in Krisensituationen.
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Interview mit Rosmarie Welter-Enderlin

Im Juni 1994 führten wir am Rande unserer Jubiläumsveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des ISS ein Interview mit Rosmarie Welter-Enderlin. Darin sprach sie über Gender, Paarberatung, das Meilener Weiterbildungskonzept, ihr Verständnis systemischer Therapie und zum Schluss über ihre Außensicht auf unser Institut. Nicht zuletzt deswegen bietet der Text auch heute noch eine spannende Lektüre.
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Paartherapie: Wechselspiel von Autonomie und Bezogensein

Auf der Wissenschaftlichen Jahrestagung 2008 des ISS hielt Joachim Hinsch einen ebenso kenntnisreichen wie persönlichen Vortrag, in dem er sein Konzept von Paartherapie vorstellte. Dabei sparte er seine eigenen Zweifel und Entwicklungen im Umgang mit kniffligen Themen wie Gender, Macht, Affären usw. nicht aus, was diesen Artikel zu einem spannenden Leseerlebnis macht.
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Lebensgeschichten in der Systemischen Therapie

Noch immer wird Systemische Therapie gern mit den Schlagworten „lösungs- und zukunftsorientiert“ gleichgesetzt, obwohl sich diese Engführung theoretisch nicht begründen lässt. Trotz Tendenzen der Öffnung in dieser Frage gibt es erstaunlich wenig Literatur dazu, wie eine Einbeziehung von Biographie in den Therapieprozess aussehen könnte, die mit den systemischen Leitideen kompatibel ist. 1999 skizzierte Stephan Baerwolff in einem ISS´ES-Artikel, wie die Berücksichtigung narrativer Ansätze systemischen TherapeutInnen Anregungen liefern kann, die Lebensgeschichte ihrer KlientInnen zu thematisieren.
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Mitglied oder Person?

Die Wissenschaftliche Jahrestagung des ISS fand am 28.1.2008 in einem besonderen Rahmen statt: Zu Ehren des 65. Geburtstages unserer Gründungsmitglieder Nr. 1 und 2, Rosemarie Schwarz und Kurt Ludewig, waren drei hochkarätige Referenten eingeladen, unter ihnen Tom Levold. Statt seichter Lobhudelei bot er in seinem Vortrag eine inhaltsreiche und kritische Auseinandersetzung mit dem Mitglieds-Konzept, einem Herzstück der klinischen Theorie des Jubilars Kurt Ludewig. Warum Tom Levold das Konzept  „Person“ bevorzugt, lesen Sie hier ebenso wie eine kurze Replik von Kurt Ludewig (dessen ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Thema findet sich im Heft 3/2011 der Familiendynamik in seinem Artikel „Psychische Systeme – ein nützliches Konzept für die systemische Praxis?“).
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Erstaunliche Ähnlichkeiten: Japanische Naikan-Therapie und systemischer Ansatz

Ein Kernstück des systemischen Diskurses stellt die Möglichkeit dar, scheinbar Selbstverständliches als Konstruktion einer BeobachterIn zu verstehen, das auch anders gedacht werden kann.  Wie wenig universell ist, erfahren wir immer wieder in der Begegnung mit anderen Kulturen. In einem Beitrag im ISS´ES 2006 beschrieb Karl-Heinz Reger die japanische Naikan-Therapie, in deren „exotisch“ wirkendem Vorgehen wir unsere  eigenen Prämissen spiegeln und hinterfragen können.
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Systemische Selbstreflexion

Die Wissenschaftliche Jahrestagung der Systemischen Gesellschaft (SG) fand 1998 in den Räumen unseres Instituts statt. Der damals noch sehr übersichtliche Teilnehmerkreis beschäftigte sich mit dem Stellenwert der Selbstreflexion in der systemischen Weiterbildung. Die drei Referate von Haja Molter, Tom Levold und Kurt Ludewig verweisen auf unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und sind hier ebenso zu finden wie eine Zusammenfassung der anschließenden Diskussion.
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(Selbst-)Erfahrungsgemäß Ansichtssache: Der Stellenwert der Selbstreflexion in der systemischen Weiterbildung

Der folgende Text von Kurt Ludewig stammt aus dem Jahr 1989 und wurde im ersten Heft des ISS´ES veröffentlicht, von dem heute wahrscheinlich nur noch einige wenige gedruckte Exemplare existieren.  Er ist geprägt von einer großen Skepsis gegenüber den Annahmen, die den damals üblichen Selbsterfahrungs-Ritualen in Psychotherapie-Ausbildungen zugrunde lagen. Vermutlich trugen auch eigene leidvolle Erfahrungen bei zu einer erfrischend radikalen Argumentation, die man heute manchmal im systemischen Diskurs vermisst.
Die Antwort von Stephan Baerwolff im darauf folgenden ISS´ES  1990 vertrat eine Position, die wohl dem heutigen systemischen Mainstream entspricht. 
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Die Arzt-Patient-Beziehung: Zur Erforschung von Entscheidungsprozessen

Auf den „mündigen Patienten“ als Idealvorstellung der Arzt-Patient-Beziehung kann man sich leicht einigen. Wie viel schwieriger es aber ist, dieses Ziel in Praxis und Forschung zu realisieren,  davon vermittelten die beiden Artikel von Dr. Friedemann Geiger und Dr. Jürgen Kasper,  die 2006 und 2004 im ISS´ES veröffentlicht wurden, einen lebendigen Eindruck. Was Shared Decision Making unter den Bedingungen von Komplexität und Ungewissheit bedeutet und was die Systemtheorie dazu beizutragen hat,  darüber erfahren Sie hier mehr.
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Psychotherapieforschung – ein systemischer Blick

Dr. Brigitte Gemeinhardt und Dr. Andreas Schindler berichten in ihrem Beitrag von den Ergebnissen der aufwändigen Eppendorfer Familientherapiestudie, in der die systemische Therapie mit Familien jugendlicher Drogenabhängiger untersucht wurde. Dabei werfen die AutorInnen, die sowohl den „Hut“ der ForscherIn als auch den der TherapeutIn auf hatten, einen interessanten Blick auf das Spannungsfeld dieser beiden Rollen.   

Ein Artikel von Stephan Baerwolff stellt einige zentrale Ergebnisse der Psychotherapieforschung, wie sie sich in Überblicksarbeiten zeigen, dar und reflektiert diese im Lichte der systemischen Theorie. 
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Wann kommen denn jetzt die schönen Jahre?

Angesichts des viel zitierten demographischen Wandels sollte man eigentlich eine Fülle von Veröffentlichungen zur Psychotherapie mit älteren Menschen erwarten. Dies ist aber generell und auch im systemischen Feld nicht der Fall. Insofern ist der ISS´ES-Beitrag von Karl-Heinz Reger aus dem Jahr 2002 über seine Erfahrungen in der Gruppentherapie älterer Menschen eine echte Rarität. Er zeigt anschaulich, wie hilfreich sich auch hier der systemische Ansatz in der Praxis erweist. 
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"Identität" - systemisch fassbar?

Thomas Altgeld, Iris Rommel und Erika Wübbena waren TeilnehmerInnen einer Weiterbildungsgruppe am ISS, als sie 1996 und 1997 zwei Texte veröffentlichten, die sich kritisch mit den Möglichkeiten der systemischen Theorie auseinander setzten, gesellschaftlich ausgegrenzte Identitätskonzepte wie „Homosexualität“ theoretisch zu erfassen und ihnen therapeutisch angemessen zu begegnen.

Eine Antwort auf den ersten Beitrag der AutorInnen von Stephan Baerwolff aus dem Jahr 1997 finden Sie ebenfalls hier. 
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Das Tripelpendel - Ein Gleichnis für die Unberechenbarkeit des Lebendigen

Vermutlich hat jeder Besucher des ISS schon einmal das Tripelpendel ausprobiert, das im Flur unserer Instituts-Räume zum Spielen einlädt. Mit seiner Hilfe lässt sich eine Menge über die Theorie nicht-linearer Systeme lernen, wie Ulrich Hausa in einem Artikel aus dem Jahr 2000 anschaulich erläutert: Er bezieht sich auf einen Vortrag im ISS von Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, der die Grenzen der Planbarkeit und Vorhersagbarkeit von Systemverhalten aus physikalischer  und mathematischer Sicht behandelte. Im Lichte der Ereignisse von Fukushima gewinnt dieser Beitrag eine besondere Aktualität.  
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Bewältigung der Magersucht - Die Perspektive der Betroffenen

Welche Faktoren sind es, die betroffenen Frauen helfen, ihre Magersucht zu überwinden? Die Antwort auf diese Frage aus der Sicht der Patientinnen untersuchte Regina Delfs in ihrer Diplom-Arbeit. 
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Schichtwechsel

Der Begriff des YAVIS-Patienten (young, attractive, verbal, intelligent, smart) verweist auf den Befund, dass von herkömmlichen Psychotherapien diejenigen KlientInnen am meisten profitieren, die bereits privilegiert sind. Der Artikel von Stephan Baerwolff aus dem Jahre 1995 versucht zu zeigen, warum dies so ist und erläutert die These, dass gerade der systemische Ansatz geeignet ist, auch sozial benachteiligte Menschen zu erreichen und wirkungsvoll zu unterstützen. 
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Möglichkeiten und Grenzen der Onlineberatung

Helmut Paschen hatte 2004, beim Erscheinen seines Artikels im ISS´ES, bereits mehrere Jahre Erfahrung in der Online-Beratung. Er zählt damit zu den Pionieren dieser noch immer relativ jungen Form der Beratung in Deutschland. In seinem Beitrag reflektiert er seine Praxis-Erfahrungen vor dem Hintergrund des systemischen Denkens.  
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Gespräche in der Schulpause - mit System

In einem prägnanten Erfahrungsbericht aus der Praxis einer Lehrerin, die auch Psychologie unterrichtet, berichtet Elke Buchhofer über die Möglichkeit, mit lösungsorientierten Kurz-Interventionen „zwischen Tür und Angel“ SchülerInnen wertvolle Veränderungs-Anstöße zu geben.  
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Bindungstheorie für SystemikerInnen

In seinem Beitrag bietet Dr. Andreas Schindler eine prägnante Einführung in die Ergebnisse der Bindungsforschung und antwortet auf die Frage, welchen Gewinn SystemikerInnen daraus ziehen können.   
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Die Bedeutung von Nicht-Veränderung

Das Phänomen, dass sich KlientInnen trotz professioneller Hilfe nicht verändern, ist allgegenwärtig, wird aber im professionellen Diskurs gern übergangen. Die folgenden drei Texte behandeln das Phänomen der „Nicht-Veränderung“ und die Möglichkeiten eines „Ambivalenz-Managements“ aus der Sicht der systemischen Therapie, eines gesetzlichen Betreuers sowie einer verhaltenstherapeutischen Studie. 
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Umgang mit Widerstand im beraterischen Prozess

Alle, die in beraterischen oder therapeutischen Prozessen tätig sind, kennen aus ihrer Arbeit die Erfahrung von „Widerstand“.Ob wir an die eigenen Grenzen geraten, die des Gegenübers oder auch einer ganzen Gruppe spüren: durch Widerstände gerät die Zusammenarbeit ins Stocken. Sie wirkt gestört oder behindert, muss unter Umständen sogar abgebrochen werden. 
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Systemisches Denken und Behinderung

In den folgenden Texten steht der Begriff der Behinderung im Mittelpunkt. Die diskutierten Probleme reichen in ihrer Bedeutung aber weit darüber hinaus. 
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Blinde Flecken - aufgehellt (?)

Am 24.1.2011 stellte Prof. Dr. Stefan Kühl auf einem Kolloquium im ISS seine Sicht der blinden Flecken der systemischen Beratung vor, die – wie bei jeder Beobachtung – notwendigerweise entstehen müssten, weil jeder (auch die SystemikerIn) – um beobachten zu können – eine Unterscheidung treffen muss und dabei nicht gleichzeitig beobachten kann, welche Unterscheidungen ausgespart bleiben. Prof. Kühl machte dabei drei Bereiche aus, in denen sich blinde Flecken des systemischen Ansatzes ausmachen ließen. 
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Geschichten um Sam

Es war einer dieser wunderschönen Spätsommertage. Man musste nicht soviel anziehen und die Luft fühlte sich gut an. An diesem Mittwoch war es noch einmal angenehm warm geworden und einzelne Spinnfäden zogen durch die Luft. Heinz genoss den besonderen Duft an solchen Tagen.
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