Wissenschaftliche Kolloquien

Mit der Veranstaltungsreihe "Kolloquium" bietet das Institut einen Rahmen für die Aktualisierung und Verbreitung des systemischen Denkens aus den verschiedenen Wissenschaftsgebieten an. Hierzu kommen prominente WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen zu Wort. Die Kolloquien finden jeweils an einem Montagabend von 18:00 – 20:30 Uhr in den Räumen des Instituts statt. Die Teilnahme ist kostenlos und für alle Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kolloqium K 2018-4
Titel: Familiensysteme nach dem Bürgerkrieg. Eine Feldstudie in Uganda.
Referent:

Dipl.-Psych. Laura Saupe ist Doktorandin bei Prof. Frank Neuner an der Universität Bielefeld zum Thema der Folgen von Krieg und Vertreibung  auf Familienstrukturen, ferner wissenschaftliche Mitarbeiterin in zwei Projekten zur Online-Fortbildung in Traumatherapie. Sie studierte Psychologie an den Universitäten in Marburg, Turin, Phnom Penh und Oxford.

Zeit: Montag, den 29.10.2018 , (18:00 - 20:30 Uhr)
Inhalt:

Durch das Erleben von massiver Gewalt, Entführungen und Vertreibung während des fast 30-jährigen Konfliktes in Norduganda wurden  gewachsene und tradierte Gemeinschaften sowie Familienstrukturen massiv gestört. Schon 2010 konnten in einer Querschnittsstudie bei Schulkindern schwere Auswirkungen in diesen Post-Konflikt-Gesellschaften festgestellt werden.  In einer sechsjährigen (2010-2016) multigenerationalen Langzeitstudie wurden diese Kinder sowie ihre  primären Fürsorger im ländlichen Norduganda wissenschaftlich und therapeutisch begleitet. Es zeigen sich alarmierend hohe Raten an familiärer und partnerschaftlicher Gewalt, erhöhtem Substanzkonsum der Fürsorger sowie psychopathologische Auffälligkeiten aller Familienmitglieder. 2016 wurden die nun jugendlichen TeilnehmerInnen der Studie erneut mit einem Fokus auf familiäre Bindung, Psychopathologie, eigenes Risikoverhalten, wahrgenommene Unterstützung durch und Zugehörigkeit zur Dorfgemeinschaft sowie eigene Zukunftserwartungen untersucht.  Ziel des Vortrags ist es, erste Ergebnisse der Langzeitstudie sowie ein auf der Studie basierendes Emotionsregulations- und Erziehungstraining für die betroffenen Gemeinschaften   vorzustellen und zu diskutieren.

Die Akkreditierung wurde mit 4 Punkten von der Psychotherapeuten-/Ärztekammer Hamburg bewilligt.



Kolloqium K 2018-3
Titel: Was geschah im 20. Jahrhundert ? Beobachtungen aus der Raumstation ISS.
Referent:

Prof. em. Dr. Peter Sloterdijk ist Professor für Ästhetik und Philosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, war auch deren Rektor, und ist mit einer Vielzahl an Publikationen einer der bekanntesten zeitkritischen Denker. Er studierte in München und Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik und befasste sich in seiner Abschlussarbeit mit Michel Foucault.  Für viele ist seine „Kritik der zynischen Vernunft“ von 1983, eines der meistverkauften philosophischen Bücher, fest mit seinem Namen verbunden. In „Der Zauberbaum“ erzählt er romanhaft die Entstehung der Psychoanalyse aus ihren frühen Wurzeln. In den neueren Büchern geht es um die verschiedensten Aspekte der Globalisierung.

Der angedachte 30.4.2018 kann leider nicht eingehalten werden. Herr Sloterdijk kann leider erst im Herbst kommen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Zeit: Mittwoch, den 31.10.2018 , (18:00 - 20:30 Uhr). Dieser Termin kann leider nicht eingehalten werden. Der genaue Termin im Herbst wird noch bekannt gegeben.
Inhalt:

Eine der jüngsten Buchveröffentlichungen mit dem Titel „Was geschah im 20. Jahrhundert?“ (2016 erschienen bei Suhrkamp Verlag Berlin) war der Anlass, den prominenten Autor an unser Institut einzuladen. In den Aufsätzen dieses Buches kreist er unter anderem um die Frage des Beobachtungsstandpunktes (zum Beispiel fiktiv der einer Raumstation mit Blick auf die Erde), der Integration der Außenwelt in die Innenwelt und eines gedachten „Verzichtes auf die Illusion des anderen Ufers“. Dies sind durchweg Themen, die uns als Institut für systemische Studien in Theorie und Praxis zentral beschäftigen.

Da Peter Sloterdijk nicht nur ein beweglicher Geist ist, sondern sich auch in seinem Terminkalender etwas Flexibilität bewahrt, ist der endgültige Termin des Kolloquiums noch offen. Wir bitten also,  immer mal wieder nachzuschauen.



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