Dialoge

Mit der Veranstaltungsreihe "Dialoge" bietet das Institut seinen Mitgliedern, aber auch anderen Interessierten, ein exklusives Diskussionsforum mit ausgewiesenen WissenschaftlerInnen an, die für die systemische Theorie und Praxis von herausragender Bedeutung sind. Die Dialoge finden jeweils an einem Dienstag in der Zeit von 10:00 – 17:00 Uhr in den Räumen des Instituts statt.

Kosten: Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei bleiben) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--, Nichtmitglieder EUR 80,--. Um Anmeldung wird gebeten.

Dialog D 2018-2
Titel: „Technopoiesis“. Die digitale Transformation der Moderne.
Dialogpartner:

Prof. Dr. Dirk Baecker, Ehrenmitglied des ISS,  kam schon mehrfach für Dialoge zu den aktuellsten Themen der Soziologie in enger Verbindung mit psychologisch-therapeutischen Fragestellungen an unser Institut, als er Kulturtheorie und Kulturanalyse an der Zeppelin-University in Friedrichshafen lehrte. Seit 2015 ist er wieder an seinem alten Wirkungsort an der Universität Witten/Herdecke, nun auf dem Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management. Er ist dort Dekan der Fakultät für Kulturreflexion und Ehrenmitglied des ISS.

Zeit: Dienstag, den 30.10.2018 , (10:00 - 17:00 Uhr)
Inhalt:

Talcott Parsons war der erste Kognitionswissenschaftler unter den Systemtheoretikern. Was passiert, wenn man sein AGIL-Schema der vier funktionalen Aspekte einer menschlichen Handlung mit einigen Eingriffen an die jüngere Forschung und die Bedingungen der digitalen Transformation der Gesellschaft anpasst? Immerhin hat er Natur und Technik, Organismus und Persönlichkeit, Kultur und Gesellschaft in diesem Schema gleichermaßen berücksichtigt. Kann man, das wäre unsere im Dialog zu entwickelnde Vermutung, Materie und Technik als Gedächtnis menschlicher Handlungen begreifen? Kann man Organismen inklusive ihrer Gehirne mit dem Konzept des predictive coding beschreiben? Lassen sich Kommunikation und Gesellschaft als symbolische Systeme der Sicherstellung von Negation begreifen? Könnte man Kultur als Vorrat von Werten beschreiben, die der Interdependenzunterbrechung kontingenter und ambivalenter Handlungen dienen? Und nicht zuletzt: Kann man einen Begriff der Technopoiesis entwickeln, der das menschliche Handeln in größere Nachbarschaft zu nicht-trivialen Technologien bringt? Wird man so einer menschlichen Existenz gerecht, die historisch erstmals unter der Bedingung steht, dass sich Maschinen (Algorithmen, Roboter, KI) an der Kommunikation beteiligen?

Neueste Buchveröffentlichungen: Dirk Baecker: Neurosoziologie. Suhrkamp Verlag Berlin 2014; Wozu Theorie? Suhrkamp Berlin 2016.

Die Akkreditierung wurde mit 10 Punkten von der Psychotherapeuten-/Ärztekammer Hamburg bewilligt.

Kosten:

EUR 80,--

 

Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei sind) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--



Dialog D 2019-1
Titel: Die Wehrmachtsausstellung oder Die Rückkehr der Täter.
Dialogpartner:

Hannes Heer, Jahrgang 1941 und prominenter 68er-Aktivist,  hat nach dem Studium der Geschichte und Germanistik als Radioredakteur, Theaterdramaturg, Filmregisseur, Leiter der Wehrmachtsausstellung und zuletzt als Kurator der Ausstellung „Verstummte Stimmen“ gearbeitet, in der die Geschichte der Vertreibung meist jüdischer Künstler 1933 aus den deutschen Opernhäusern und Theatern erzählt wird. Die Fallstudie zu den Bayreuther Festspielen steht seit 2015 als Dauerausstellung auf dem Bayreuther Festspielhügel.   

Zeit: Dienstag, den 07.05.2019 , (10:00 - 17:00 Uhr)
Inhalt:

Im Anschluss an ein außerordentlich intensives Kolloquium mit Herrn Heer 2017 mit lebhafter Debatte über politische Implikationen unserer therapeutisch-beraterischen Arbeit soll nun im erweiterten Zeitrahmen eines Dialoges Historie und Rezeptionsverlauf der Hamburger Wehrmachtsausstellung von 1995 bis 1999 dargestellt und diskutiert werden. In der systemischen Theorie und Praxis gewinnen narrative Konzepte eine immer größere Bedeutung. Dieses soll sich widerspiegeln in einem Vortragsteil des Ausstellungsmachers von 1995, ergänzt und erweitert durch den Dokumentarfilm  „Jenseits des Krieges“, den Ruth Beckermann mit Besuchern der Ausstellung in Wien 1995 gedreht hat. Kriegskinder, Kriegsenkel, Erinnerungsarbeit, Legendenbildung, diese und weitere Stichworte können uns in dialogischer Form durch den Tag leiten.

Literatur: Vom Verschwinden der Täter. Aufbau, Berlin 2004; „Hitler war’s“, Aufbau, Berlin 2005;  Heer u. a. (Hg.) : Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die ‚Juden‘ 1876 bis 1945. Metropol, Berlin 2012;  Der Skandal als vorlauter Bote. Deutsche Geschichtsdebatten als Generationengespräch, in: J. Lohl, A. Moré (Hg.): Unbewusste Erbschaften des Nationalsozialismus. Psychosozial-Verlag, Gießen 2014, S. 25-145.

Kosten:

EUR 80,--

 

Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei sind) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--



Dialog D 2019-2
Titel: Philosophische Grundlagen der systemischen Theorie: „Was ist der Mensch?“ - Anthropologien hinter der systemischen Theorie.
Dialogpartner:

Dr. med. Dr. phil. Karl-Heinz Reger, Lehrtherapeut am ISS in Hamburg, hat sich in seinem Philosophiestudium an der Universität Kiel, besonders bei dem dort lehrenden Philosophen Manfred Sommer, immer wieder mit Fragen der Anthropologie auseinandergesetzt.                                            

Zeit: Dienstag, den 03.12.2019 , (10:00 - 17:00 Uhr)
Inhalt:

Systemische Theorie spricht häufig von einem spezifischen Menschenbild. Angebot dieses Dialog-Tages ist es, nicht nur über einen einzelnen Autoren oder eine Schule nachzudenken, sondern die Frage nach dem Wesen oder der Bestimmung oder der Beschreibung des Menschen in den Blick zu nehmen. Für Kant mündete alle Philosophie in diese Frage: „Was ist der Mensch?“ Aus systemischer Sicht können wir formulieren: „Was beobachten wir eigentlich, wenn wir Menschen beobachten?“ Vorgestellt werden so provokante Antworten wie „ein Wilder“ (Marx) „von schwacher Intelligenz“ (Freud), „das nicht festgestellte Thier“ (Nietzsche), „das schwindelt“ (Poe), „ein Mängelwesen“  (Gehlen), der Mensch sei „ausreichend“ (Sommer) und „genügend gut“ (Reger) und etliche weitere. Jede Teilnehmerin ist eingeladen, ihren eigenen Definitionsversuch aus je eigener Perspektive beizutragen und an dem gemeinsamen, sicherlich unterhaltsamen Tag zu entwickeln. Es ist keine bestimmte vorherige Lektüre erforderlich! Angeregt wird vielleicht eine kleine Meditation vor dem eigenen Bücherregal oder der Schachtel mit alten Briefen.

Kosten:

EUR 80,--

 

Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei sind) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--



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