Dialoge

Mit der Veranstaltungsreihe "Dialoge" bietet das Institut seinen Mitgliedern, aber auch anderen Interessierten, ein exklusives Diskussionsforum mit ausgewiesenen WissenschaftlerInnen an, die für die systemische Theorie und Praxis von herausragender Bedeutung sind. Die Dialoge finden jeweils an einem Dienstag in der Zeit von 10:00 – 17:00 Uhr in den Räumen des Instituts statt.

Kosten: Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei bleiben) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--, Nichtmitglieder EUR 80,--. Um Anmeldung wird gebeten.

Dialog D 2017-2
Titel: Philosophische Grundlagen systemischer Theorie
Dialogpartner:

Dr. med. Dr. phil. Karl-Heinz Reger ist Arzt für Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin und für Allgemeinmedizin. Arbeitsschwerpunkt: Grundlagenfragen der systemischen Theorie. Er studierte in Hamburg und Kiel Philosophie mit den Schwerpunkten Phänomenologie, Logik und Anthropologie. Mitarbeiter und Vorstandsmitglied im ISS. Lehrtherapeut der SG.                                            

Zeit: Dienstag, den 05.12.2017 , (10:00 - 17:00 Uhr)
Inhalt:

Hannah Arendt (1906 bis 1975) ist eine der herausragenden Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, Schülerin Martin Heideggers, mit dem wir uns im letzten Philosophie-Dialog auseinandergesetzt haben, 1941 nach New York emigriert, 1959 Lessingpreisträgerin der Stadt Hamburg. In ihrem Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ von 1951 arbeitet sie Strukturelemente von Imperialismus und Antisemitismus heraus. Als ihr Hauptwerk gilt „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ von 1950, in welchem sie die soziologisch-anthropologischen Kategorien des (politischen) Handelns untersucht, mithin Grundlagen unserer systemischen Arbeit, zum Beispiel im Begriff des Zuschauers, vorbereitet. Breite Bekanntheit und heftige Diskussion entstand ab 1963 durch ihr „Eichmann in Jerusalem“  mit der darin enthaltenen These von der „Banalität des Bösen“. Die Debatte hält bis heute die Frage nach dem Handeln und der Haltung innerhalb des jeweiligen Kontextes wach. Autoren aus dem Umfeld Arendts, gegen sie und mit ihr, sollen als „Systemgrenzen“ zur Sprache kommen.

Gemeinsam bringen wir uns wichtige Textstellen vor Augen und suchen nach Sinn und Bedeutung, die in unserem eigenen Dialog entstehen, sich erhalten – oder wieder vergehen. Es wird den angemeldeten Teilnehmern vorab nicht mehr als ein gutes Dutzend Seiten an Lektüre zugesandt, zum beispielhaften Lesen und um die Atmosphäre der Texte zu vermitteln. Abstrakte Kenntnisse sind für die Mitarbeit an diesem Rundgespräch aber nicht erforderlich.

Diese Veranstaltung wurde  von der Psychotherapeuten-/Ärztekammer Hamburg mit 9 Punkten akkreditiert.

 

Kosten:

EUR 80,--

 

Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei sind) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--



Dialog D 2018-1
Titel: „Technopoiesis“. Die digitale Transformation der Moderne.
Dialogpartner:

Prof. Dr. Dirk Baecker  kam schon mehrfach für Dialoge zu den aktuellsten Themen der Soziologie in enger Verbindung mit psychologisch-therapeutischen Fragestellungen an unser Institut, als er Kulturtheorie und Kulturanalyse an der Zeppelin-University in Friedrichshafen lehrte. Seit 2015 ist er wieder an seinem alten Wirkungsort an der Universität Witten/Herdecke, nun auf dem Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management. Er ist dort Dekan der Fakultät für Kulturreflexion.

Zeit: Dienstag, den 30.10.2018 , (10:00 - 17:00 Uhr)
Inhalt:

Talcott Parsons war der erste Kognitionswissenschaftler unter den Systemtheoretikern. Was passiert, wenn man sein AGIL-Schema der vier funktionalen Aspekte einer menschlichen Handlung mit einigen Eingriffen an die jüngere Forschung und die Bedingungen der digitalen Transformation der Gesellschaft anpasst? Immerhin hat er Natur und Technik, Organismus und Persönlichkeit, Kultur und Gesellschaft in diesem Schema gleichermaßen berücksichtigt. Kann man, das wäre unsere im Dialog zu entwickelnde Vermutung, Materie und Technik als Gedächtnis menschlicher Handlungen begreifen? Kann man Organismen inklusive ihrer Gehirne mit dem Konzept des predictive coding beschreiben? Lassen sich Kommunikation und Gesellschaft als symbolische Systeme der Sicherstellung von Negation begreifen? Könnte man Kultur als Vorrat von Werten beschreiben, die der Interdependenzunterbrechung kontingenter und ambivalenter Handlungen dienen? Und nicht zuletzt: Kann man einen Begriff der Technopoiesis entwickeln, der das menschliche Handeln in größere Nachbarschaft zu nicht-trivialen Technologien bringt? Wird man so einer menschlichen Existenz gerecht, die historisch erstmals unter der Bedingung steht, dass sich Maschinen (Algorithmen, Roboter, KI) an der Kommunikation beteiligen?

Neueste Buchveröffentlichungen: Dirk Baecker: Neurosoziologie. Suhrkamp Verlag Berlin 2014; Wozu Theorie? Suhrkamp Berlin 2016.


Die Akkreditierung wird beantragt.

Kosten:

EUR 80,--

 

Mitglieder des ISS und Studierende (wenn Plätze frei sind) EUR 25,--, TeilnehmerInnen der laufenden Weiterbildungen EUR 50,--



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