Systemisches Denken – Systemische Therapie

Im wissenschaftlichen Denken haben zwei Entwicklungen tiefgreifende Auswirkung auf das Verständnis des Menschen und somit auch auf die Psychotherapie gehabt. Es handelt sich um die Systemtheorien und die konstruktivistischen Erkenntnistheorien.

Die Systemtheorien erklären komplexe Zusammenhänge von sozialen Systemen und deren Kommunikation. Sie erlauben es, menschliche Konflikte und ihre Behandlung als kommunikative Vorgänge aufzufassen.

Konstruktivistische Erkenntnistheorien verzichten auf die Annahme, es gäbe einen Zugang zu einer vom  Beobachter unabhängigen, objektiven Welt. Menschen werden hierbei als zugleich autonom und sozial eingebunden verstanden.

Systemisches Denken eröffnet neue Perspektiven, es erfordert aber zugleich ein gründliches Umdenken. Für PsychotherapeutInnen heißt die zentrale Herausforderung dieses Denkens, einen Rahmen zu schaffen, in dem für die KlientInnen andere Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden, ihr Leben in anderer Weise und damit weniger leidvoll zu gestalten.

Die Systemische Therapie verfolgt das Ziel, systemisches Denken in Psychotherapie umzusetzen. Auf dieser Grundlage hat sie seit Anfang der 80er Jahre ein neues Verständnis von Theorie und Praxis des psychosozialen Helfens erbracht. Sowohl die Probleme des Lebens, die zur Therapie führen, als auch die Therapie selbst werden als Kommunikation aufgefasst. Damit überwindet die systemische Therapie die traditionellen, auf Objektivität gründenden Konzepte von Psychopathologie und Psychotherapie. Das hat sich als hilfreich erwiesen sowohl in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien als auch mit Organisationen.

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